Hirninfarkt
Als Hirninfarkt wird eine verminderte oder fehlende Durchblutung des Gehirns bezeichnet. Der Hirninfarkt wird auch als Apoplex oder cerebraler Insult bezeichnet. Meist tritt ein Hirninfarkt im älteren Lebensalter auf, kann jedoch auch junge Menschen betreffen. Der Hirninfarkt ist oft eine Folge unserer Lebensweise, z.B. tritt er in armen Ländern deutlich seltener auf.
Oft kündigt
sich ein Hirninfarkt durch vorherige Symptome an. Dabei handelt es sich um flüchtige
Durchblutungsstörungen des Gehirns, sogenannte transitorische ischämische
(=
minderdurchblutungsbedingte)
Attacken (TIA). Diese Attacken dauern
nur wenige Minuten und sind oft ein Warnzeichen für einen drohenden
Hirninfarkt. Die Ursachen für einen Hirninfarkt kann die Verstopfung ein zum
Gehirn führenden Blutgefäß oder der plötzliche Riss eines Blutgefäßes mit
nachfolgender Blutung sein. Die Nervenzellen im Gehirn erhalten daraufhin zu
wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Dabei ist die Mangelblutung des Gehirns die häufigste
Ursache für einen Hirninfarkt. Sie entsteht entweder durch eine Thrombose,
d.h. eine Blutarterie wird durch einen Bluttropf („Thrombus“) verschlossen
oder durch eine Embolie. Diese entsteht durch Blutgerinnsel, die sich im Herzen
oder in großen, zum Gehirn führenden Gefäßen wie z.B. der Halsschlagader
gebildet haben. Von solch einem Blutgerinnsel können sich Teile lösen, die
dann ein wichtiges Blutgefäß im Gehirn verschließen. Meist trifft die
Menschen ein Hirninfarkt völlig unerwartet. Wichtig ist die rechtzeitige und
richtige Behandlung bei einem Hirninfarkt - der Hirninfarkt ist die dritthäufigste
Todesursache in Deutschland! Obwohl oft ältere Menschen einen Hirninfarkt
erleiden, ist nach den statistischen Untersuchungen in Deutschland jeder zweite
Betroffene im erwerbsfähigen Alter. Oft ist ein Hirninfarkt vermeidbar durch
eine Beseitigung bzw. Reduktion der Risikofaktoren. Zu den wichtigsten
Risikofaktoren für einen Hirninfarkt zählen:
Welche Symptome treten bei einem Hirninfarkt auf?
Grundsätzlich
kann gesagt werden, dass der Schweregrad bei einem Hirninfarkt sehr
unterschiedlich sein kann, manchmal bereits am Anfang vorhanden ist, sich im
Laufe der Stunden nach einem Hirninfarkt entwickelt oder auch nur einige
Minuten andauern kann. Typische Symptome für einen Hirninfarkt sind:
Beim
Auftreten von einem oder mehreren Symptomen sollte sofort ein Arzt aufgesucht
werden, da die frühzeitige Behandlung bei einem Hirninfarkt extrem wichtig
ist, um mögliche Folgeschäden zu vermindern.
In den
letzten Jahren haben sich die Behandlungskonzepte für die Erkrankung
Hirninfarkt radikal geändert. Neben der bereits erwähnten raschen Therapie
der Patienten hat es sich auch als wirksam erwiesen, dass die Patienten mit
einem Hirninfarkt in spezialisierten Zentren versorgt werden und eine
Rehabilitation der Patienten mit einem Hirninfarkt unmittelbar nach dem
Ereignis einsetzen muss. Neben neuen Medikamenten der Akuttherapie bei einem
Hirninfarkt wie z.B. Heparin oder Lyse ist eine sofortige und gute
Rehabilitation sehr wichtig für diese Patienten.
In der
Neurologischen Abteilung der Wicker Klinik Bad Wildungen wird eine so
beschriebene professionelle Behandlung für die Hirninfarkt - Patienten
durchgeführt. Wichtigster Grundsatz in der Therapie bei Patienten mit einem
Hirninfarkt ist dabei das Zusammenarbeiten der verschiedenen Berufsgruppen. Die
wichtigsten Ansprechpartner für Hirninfarkt - Patienten sind dabei:
In der physiotherapeutischen Behandlung bei einem Hirninfarkt stehen dabei die Bewegungsstörungen im Vordergrund. Wichtige Therapieansätze sind hierbei: Rumpfstabilität, Stehfähigkeit, Wiedererlernen von Bewegungsabläufen, wie Hand- und Armfunktionen, Rumpfbewegungen, selbständiges Drehen, Stehen, Aufstehen etc.. Wichtig für die Hirninfarkt - Patienten sind auch spezielle neurophysiologische Behandlungsmethoden, wie das „Bobath-Konzept“ und das„PNF-Konzept“. Oberstes Ziel bei der Rehabilitation nach einem Hirninfarkt ist das Wiedererlangen größtmöglicher Selbständigkeit. Die Patienten werden mit Hilfsmitteln mit dem Gehen wieder vertraut gemacht. Falls es der Zustand des Patienten erlaubt, wird in der Wicker Klinik Bad Wildungen ein Teil der Therapie im Wasser durchgeführt. Schwerpunkt der ergotherapeutischen Behandlung bei einem Hirninfarkt sind: Sensibilität, Schreiben und Wiederlangen der Selbständigkeit. Diese Selbständigkeit kann nach einem Hirninfarkt in vielen Teilbereichen gestört sein und die Ergotherapie bietet durch ihre vielfältigen Hilfsmittelangebote hier entscheidende Hilfe an. Erwähnt seien nur die Übungsküche der Wicker Klinik Bad Wildungen oder auch die gezielte neuropsychologische Therapie bei einem Hirninfarkt mit Training des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Merkfähigkeit.
Bei
Aufnahme eines Hirninfarkt - Patienten nach Entlassung der Akuttherapie treten
oft Probleme im Alltag auf, die für den Betroffenen von sehr großer Bedeutung
sind. Ein wichtiger Aspekt ist z.B. die nicht mehr vorhandene oder verminderte Fähigkeit
einen Pkw zu fahren. Hier führt die Abteilung Ergotherapie für Hirninfarkt
-Patienten ein gezieltes Training durch mit einem behindertengerechten Pkw in
Zusammenarbeit mit einer Fahrschule vor Ort. Auch die Hilfsmittelberatung ist
ein wichtiger Baustein in der Rehabilitation nach einem Hirninfarkt, z.B. durch
technische Rehabilitationshilfen in den Bereichen Selbsthilfe, Schreiben,
Haushalt, Mobilität und Beruf. Oben wurden bereits Sprachstörungen als mögliche
Folge nach einem Hirninfarkt erwähnt. Hier setzt die Abteilung Logopädie in
der Wicker Klinik Bad Wildungen an. Nach einer exakten Diagnostik wird eine
gezielte und symptomorientierte Therapie durchgeführt. Oft sind die
Hirninfarkt - Patienten wegen der Sprach- u. Sprechstörung verzweifelt und
zeigen große Ängste und Verunsicherungen. Die Beratung und Einbeziehung der
Angehörigen nach einem Hirninfarkt ist dabei oft sehr hilfreich in der
Therapie. Störungen des Gedächtnisses, der Konzentration und
der Merkfähigkeit sind ebenfalls häufige Folgen nach einem Hirninfarkt. Die
psychologische Abteilung der Wicker Klinik Bad Wildungen versucht mit gezielten
Testverfahren hier die Defizite zu ermitteln und entsprechend zu behandeln. Auch
bietet diese Abteilung der Klinik therapeutische Gespräche für Hirninfarkt -
Patienten und deren Angehörige an.
Ebenfalls
spielt die Abteilung Physikalische Therapie eine wichtige
Rolle in der Rehabilitationsbehandlung nach einem Hirninfarkt, wie z.B. mit Stangerbädern, Massagen, Elektrotherapie, Muskelstimulation mit Spasmotron,
manuelle Lymphdrainagen zur Ödemtherapie in den Armen oder Beinen und
maschinelle Lymphdrainagen. Die künftigen beruflichen Perspektiven nach einem
Hirninfarkt sind oft unklar, hier setzt die Abteilung Sozialberatung in der
Wicker Klinik ein. Die Nachsorgeplanung wird koordiniert und die häusliche
Wiedereingliederung vorbereitet. Die Betroffenen werden in dieser Abteilung über
finanzielle und soziale Unterstützungen und Erleichterungen am Arbeitsplatz,
wie z.B. innerbetriebliche Umsetzungen beraten. Während der Rehabilitation nach einem
Hirninfarkt
wird in der Wicker Klinik Bad Wildungen ein spezieller Gesprächskreis
angeboten, der einmal wöchentlich stattfindet. Er wird geleitet von einem Dipl.
Psychologen und einem Facharzt für Neurologie. Die Themen des Gesprächskreises,
dessen Teilnahme natürlich freiwillig ist, sind aktuelle medizinische Probleme,
wie neue Therapiemethoden oder auch ein Erfahrungsaustausch unter den
Betroffenen und dem Umgang mit der Erkrankung. In der Wicker Klinik Bad Wildungen bzw. im Verbund
der Wicker Kliniken können folgende Untersuchungen für Patienten nach einem
Hirninfarkt durchgeführt werden: EEG, gesamte Neurophysiologie, Rhinolaryngoskopie, Röntgenaufnahmen, Doppler- und Duplex-Sonographie,
Echocardiographie, Angiographie, Sonographie, Computer- und Kernspintomographie,
SPECT, PET und MESAM. Im Abschlussbefund wird der Zustand des Patienten
nach einem Hirninfarkt exakt dokumentiert und das Rehabilitationsergebnis mit
dem therapeutischen Team bewertet. Empfehlungen zur weiteren ambulanten Therapie
nach einem Hirninfarkt, wie künftige Medikamente, ambulante Therapien und
Hilfen am Heimatort werden mit dem Hirninfarkt -Patienten besprochen und im
Entlassungsbrief dokumentiert. Mit den Neurologischen Akutkliniken der Umgebung von
Bad Wildungen besteht eine enge Zusammenarbeit bei der Behandlung
von einem Hirninfarkt wie z.B. der Universitätsklinik Marburg oder dem
Klinikum Kassel. Die Neurologische Abteilung der Wicker-Klinik Bad
Wildungen nimmt an verschiedenen externen und internen Qualitätsmanagementprogrammen
teil. Besonders sei hier das spezielle QM-Programm Hirninfarkt der Geschäftsstelle
Qualitätssicherung Hessen erwähnt. Hierbei handelt es sich um ein
Modellprojekt von neurologischen Akut- u. Rehabilitationskliniken und Kostenträgern.
Jeder Patient mit einem Hirninfarkt, der in der Wicker Klinik Bad Wildungen
behandelt wird, wird in dieses Programm aufgenommen und erste Ergebnisse wurden
in den letzten Jahren auf großen Kongressen und in verschiedenen
Fachzeitschriften bereits veröffentlicht.
Die Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001 zertifiziert. Die Behandlung der Patienten erfolgt nach den Richtlinien und Vorgaben der jeweiligen Kostenträger. Jeder Chefarzt hat eine langjährige Erfahrung aus seinem Fachgebiet, je nach Schweregrad und Krankheitsverlauf werden individuelle Therapien bei den Patienten durchgeführt.
Mit den besten Wünschen für Ihre
Gesundheit!
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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